10 Aug

Geblitzt? Rechtsschutzversicherungen tragen Kosten für Gutachten und Verteidigung

© Jürgen Fälchle / Fotalia #64947060

Wer geblitzt wird, dem droht nicht nur ein teures Bußgeld. Durch Punkte und Fahrverbot ist eine Verurteilung häufig auch existenzgefährdend. Da hilft nur ein Gespann von gutem Verteidiger und Gutachter um eventuelle Fehler im Messverfahren aufzudecken. Solche Gutachten sind häufig die letzte Chance um den Führerschein noch zu retten. Daher holt die Verteidigung in solchen Fällen ein Gutachten ein, um eventuelle Fehler am Messverfahren aufzudecken. Diese Kosten für Verteidigung und Gutachten trägt in der Regel die Rechtsschutzversicherung.

Mittels eines Privatgutachten können dann Fehler im Messverfahren aufgedeckt werden, etwa eine falsche Positionierung des Blitzers, irrtümliche Erfassung eines anderen Fahrzeugs, etc.

Auf diese Gutachten hin holt das Gericht dann in der Regel ein eigenes gerichtliches Gutachten ein, was die Ergebnisse des Privatgutachtens der Verteidigung bestätigen oder dem auch widersprechen kann.

Das AG Saarlouis (Az.: 28 C 845/16 (70)) hat in einem aktuellen Urteil entscheiden, dass Rechtsschutzversicherungen auch die Kosten eines (zweiten) Gutachtens tragen müssen, um das gerichtliche Gutachten zu überprüfen.

Für die Versicherungsnehmer bedeutet das eine erhebliche Verbesserung der Verteidigungsmöglichkeiten. Durch das zusätzliche Gutachten lassen sich regelmäßig Fehler im gerichtlichen Gutachten aufzeigen, was bis zur Unverwertbarkeit der Blitzer-Messung führen kann.