27 Jul

Neuerungen im Bauvertragsrecht ab 01.01.2018


Das neue Bauvertragsrecht gilt ab dem 01.01.2018 und reformiert das alte Werkvertragsrecht. Erstmals werden hier sogenannte Verbraucherbauverträge erfasst. Aufgrund dessen müssen in Bauverträgen klare Regelungen zu unterschiedlichen Punkten enthalten sein:

  1. Vor Vertragsabschluss muss verbindlich über die Bauleistungen informiert werden, es bedarf einer ausführlichen Baubeschreibung. Entsprechende Verpflichtungen treffen auch Bauunternehmen, welche als Bauträger auftreten bzw. schlüsselfertige Häuser anbieten.
  2. Bauverträge müssen verbindliche Regelungen zur Bauzeit enthalten, es bedarf klarer Vereinbarungen zur Dauer der Baumaßnahmen und deren Fertigstellung. Es bietet sich nach wie vor an, hier klare Bauzeitenregelungen in die Verträge aufzunehmen aus denen auch sogenannt pönalisierte Zwischenfristen hervorgehen, die ebenfalls mit Vertragsstrafen belegt sind, damit der Bauherr auch gegenüber dem Bauunternehmen entsprechende Handhabe hat, wenn es zu Bauverzögerungen kommt.
  3. es ist nunmehr gesetzlich fixiert, dass Abschlagszahlungen auf 90 % der Gesamtvergütung begrenzt sind. Dies gilt allerdings nicht für sogenannte Bauträgerverträge, hier gelten nach wie vor die Regelungen der Makler- und Bauträgerverordnung.
  4. Die wesentlichste und größte Veränderung ist, dass Widerrufsrecht, welches für Verbraucher eingeführt worden ist und zwar unterliegen Bauverträge einenm Widerrufsrecht innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsabschluss, entsprechendes muss in den Bauverträgen enthalten sein. Dies gilt jedoch nicht für sogenannte Bauträgerverträge.
  5. Des Weiteren müssen klare Regelungen getroffen werden über die sogenannte Übergabe von Dokumenten und zwar müssen spätestens bei Fertigstellung alle Dokumente übergeben werden , die erforderlich sind, um den Nachweis zu erbringen, dass alle öffentlich rechtlichen Vorschriften eingehalten wurden. Trotz alledem sollte man hier klar vereinbaren welche Unterlagen dies sind, insbesondere das Prüfprotokolle, Baugrundgutachten und ähnliches müssen ausgehändigt werden.
  6. Des Weiteren sind Unternehmen verpflichtet, in den Bauverträgen darüber zu informieren, dass der Verbraucher zur Abnahme verpflichtet ist. Der Bauunternehmer hat hier angemessene Fristen zu setzten. Der Verbraucher ist über die Folgen einer sogenannten fiktiven Abnahme schriftlich zu informieren.
  7. Sofern eine solche Abnahme aufgrund von Mängeln verweigert wird, kann der Unternehmer eine sogenannte gemeinsame Feststellung auf der Baustelle verlangen. Spätestens an dieser Stelle empfiehlt sich immer, einen Sachverständigen hinzuzuziehen. Des Weiteren wurde im neuen Bauvertragsrecht fixiert, dass Schlussrechnungen erst fällig werden, wenn diese prüffähig sind, das heißt die abgerechneten Leistungen nachvollziehbar dargelegt wurden. Entsprechende Prüffähige Schlussrechnungen sind erst zur Zahlung fällig nach Abnahme und gegeben falls etwaiger Mängel.

 

Aufgrund der Neuerungen die das neue Bauvertragsrecht ab den 01.01.2018 mitbringt, können wir nur empfehlen sach- und fachkundigen Rat vor Abschluss eines Bauvertrages einzuholen. Ein solcher Bauvertrag regelt sämtliche Rechte und Pflichten zwischen Bauunternehmen und Bauherr. Es handelt sich hier in der Regel um so große Investitionen bei der sämtliche rechtliche wie auch tatsächliche Risiken im Vorfeld, soweit möglich, minimiert werden sollten.

Wir stehen Ihnen hier gerne mit Rat und Tat zur Seite.