20 Mrz

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014 und die Zukunft

Was ist die EnEV 2014 überhaupt?

Die EnEV verpflichtet Bauherren zur Anwendung bestimmter Normen und Berechnungsregeln bezüglich des Primärenergiebedarfs einen Hauses und dessen Transmissionswärmeverlusts. Kurz gesagt gilt die EnEV bei der Beachtung der Gesamtenergieeffizienz und dem Energiebedarf eines neu zu errichtenden Gebäudes. Seit Anfang 2016 gilt nun die neue EnEV 2014.

Was ist nach der EnEV 2014 zu beachten?

Es ist das hartnäckige Gerücht entstanden, dass nach der EnEV 2014 nur noch mit Außendämmung gebaut werden darf. Dem ist nicht so. Erforderlich ist vielmehr, dass eine ganzheitliche Planung unter Berücksichtigung der Wechselbeziehungen zwischen Anlagentechnik und Gebäudehülle sowie gegebenenfalls einer Wärmebrückenbetrachtung durchgeführt wird. Dann ist eine zusätzliche Außendämmung nicht erforderlich. Aus diesem Grund können auch Massivhäuser aus Mauerwerk die Vorgaben der EnEV 2014 erfüllen.

Weiter wird befürchtet, dass Gasheizungen generell nicht mehr verwendet werden dürfen. Auch das ist falsch, da auch nach der EnEV 2014 nahezu jede Wärmeerzeugungstechnik angewendet werden darf. Da Gas einen höheren Primärenergiefaktor im Vergleich zu beispielsweise Holz aufweist, sind bei der Verwendung einer Gasheizung dann andere Komponenten des Hauses zu verbessern, um die nach der EnEV 2014 vorgeschriebenen energetischen Werte zu erzielen. Auch Wärmepumpen sind durch die EnEV 2014 nicht zur Pflicht geworden. Diese werden aufgrund der Reduktion des Primärenergiefaktors für Strom aber besser bewertet.

Es ist auch ein Mythos, dass die EnEV dichte Gebäude vorschreibt, die deshalb schimmeln. Richtig ist, dass die wärmeübertragenden Umfassungsflächen nach den Vorgaben der EnEV 2014 dauerhaft luftundurchlässig nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik abzudichten sind. Allerdings ist Schimmel vermeidbar, indem die bauphysikalischen Grundbedingungen und Wirkungsweisen eingehalten und auch das Nutzerverhalten (Stichwort: richtiges Lüften) an die neuen Gebäude angepasst wird.

Welche Änderungen der EnEV sind in der Zukunft zu erwarten?

Nach der EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (2010/31/EU) sollen alle bis Ende 2020 neu errichteten Gebäude sogenannte Niedrigstenergiegebäude sein, also Gebäude, die zum einen eine sehr hohe Gesamtenergieeffizienz, zum anderen einen Energiebedarf von nahezu Null aufweisen. Dies bedarf einer Weiterentwicklung der Baustoffe sowie den Einsatz hocheffizienter alternativer Systeme für die Energie-, Wärme- und Warmwasserversorgung. Es bleibt abzuwarten, welche Entwicklungen sich noch ergeben werden.

Rechtsanwalt Göpfert